08.03.2001

Notizen eines Kerzenhändlers - Folge 4

von Nils Röller

Diesmal mit: Parzival-Gimmick, Madonna und Tagesworten, Materialien zur Audiophilosophie und zu einer Rezension von Oswald Wiener, Liebe, Otto Rössler und Heiratsvermittlung

Ich frage mich, ob ich nur dann schreiben kann, wenn ich mich zwischen zwei Orten bewege.

Ich frage mich, ob ich nur dann schreiben kann, wenn ich mich zwischen zwei Orten bewege. Mein Notizbuch füllt sich mit verruckelten Zeichen, die ich während meiner Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln setze, in dem Zeitraum, der mir zwischen meinem Geschäft und meiner Wohnung Ruhe gewährt, während ich bewegt werde....Seitdem ich während der Straßenbahnfahrt Gedanken über mein Geschäft notiere, fühle ich mich sicherer, so als schafft mir das Formulieren einen Standpunkt, der einen Abstand zu den Nöten und mangelnden Einkünften ermöglicht. Dieser Standpunkt ist mit einem Wellenkamm vergleichbar, der sich mit den Strömungen und von ihnen bewegt, hebt und senkt.......Die Schlagzeilen in den Zeitungen melden: Das Klima schlägt uns um die Ohren... Raketenabwehrsystem der Amerikaner. Das lässt eine englische Nachrichtenstation in der Nähe des Nord Yorkshire-Moores wichtig werden und ich denke mir, dass die Nato eine Tafelrunde unter dem Vorsitz des Bush-Klans ist. Fahrende Ritter wie Parzival (Fischer) buhlen um Anerkennung ... die Ölreiche senden Geschenke, um den amerikanischen Raketenschutz zu geniessen, Pech für sie, dass ihre Länder im Süden liegen, also im nächsten Jahrtausend überschwemmt werden. Alle Reichen streben unter den Schirm der Raketenabwehr, er ist zugleich eine Abwehr gegenüber den Opfern von Überschwemmungen und Hungerkatastrophen. Als Händler bin ich ein Mittelsmann zwischen Arm und Reich. Ich bin gegenüber beiden Seiten verpflichtet, hellhörig bin ich gegenüber den Veränderungen und ich wünsche mir, dass ich bald Besuch von einer klugen Agentin erhalte (mein Modehomunculus orientiert sich gerade an dem Look von Madonna). Sie sucht mein Geschäft auf, weil sie mal telefonieren muss. Als Vorauszahlung lässt sie einen Hundert Dollar-Schein da. Ihr Handy hat gerade keinen Strom mehr und sie muss dringend die Sternwarte Bochum erreichen. Dort - so höre ich mit – will sie eine Party für alle Galeristen aus NRW veranstalten. Auflegen werden Mufti, Jan St. Werner und ein Unterwassermusiker. Ziel der Veranstaltung ist es, einen neuen UMTS-Coup vorzubereiten. Die Galeristen werden umworben und zum Beitritt zu einer digitalen Bibliothek veranlasst, die gestatten wird, aktuelle Kunst auf Handy-Displays zu vermarkten.

Angeboten wird einen Signaturenabo. Wer so ein Abo bezahlt, darf seine emails, SMS-Nachrichten und WEB-WAP-Seiten mit Bildern von Künstlerstars unterlegen. Die telefonierende Madonna denkt nicht nur an ihre eigene finanzielle Zukunft. Sie will eine Künstlersiedlung und Akademie auf den Andengipfeln einrichten, in der alle diejenigen überleben können, die bei einer Polkappenschmelze nicht im sicheren Norden Zuflucht finden. Sie hat mich übrigens eingeladen, mit ihr nach Bochum zu fahren. Aber da ich diese Einladung nur während der U-Bahn-Fahrt tagträume, werde ich wohl wieder nur einen langen Tag im Geschäft verbringen, ohne etwas zu verkaufen. Wenn ich doch wenigstens eine Ausgabe von Parzival hätte, dann könnte ich die Zeit nutzen, um den Vergleich zwischen König Artus und George Bush zu präzisieren. Vielleicht könnte ich anhand der Ritterlegende Leitlinien für die deutsche Aussenpolitik entwickeln und so jemand werden, dem man gerne die Hand gibt...Bevor ich aufhöre, nehme ich mir vor jeden Tag ein besonderes Wort festzuhalten. Diese Sammlung werde ich Jan und Klaus widmen.

Mo: Granatapfel
Di: Pal-Ritter
Mi: Nonnenreich
Do: Sonarmatrose
Fr: Autohaus
Sa: Medien-Unfall
So: GAU: Grösster anzunehmender Unfall

Jedes Wort ist eine Chance , die Welt zu verändern. Worte sind Kleinode und Spiegel, mit denen wir unseren Gedankenpalast zum Schimmern bringen werden. Das wird mein Beitrag sein. Ich werde Worte sammeln und sie Madonna schenken. Mit diesem Geschenk können wir zu Geschichten beitragen, die einen Überlebensschutz vor den Burgen des reichen Nordens bilden werden. Aus jedem Wort bauen wir ein Dorf, ein Macondo, in dessen Bächen die Kiesel wie Edelsteine schimmern, ein Dorf in dem der Vogelgesang so schön ist, dass er über die befestigten Grenzen der Raketenschirmländer hinweg, die Herzen im Norden zerreissen lässt.
Geschichten und Gesänge gemeinsam mit Turing-Maschinen und Nachrichtentechnik sind die Studiengegenstände der Anden-Akademie. Am besten schliesse ich mein Geschäft und konzentriere mich nur auf die Entwicklung dieses Gedankens...

Mein Ich stört mich, deshalb bin ich froh, dass mich zwei Freunde noch kurz vor Geschäftsschluss besucht haben. Wir haben über Musikkritik, Offenheit und klare Worte gesprochen (siehe Fussnote). Spät abends sind wir mit einem grossen Auto und vielen Mitfahrern durch Köln gefahren und ich habe weitere Worte gesammelt, während die Fahrerin aufmerksam Schrammas Häschern und Lugposten ausgewichen ist.

Mo: Meldundleize
Di: untertageberechtigt
Mi: Blutsegel
Do: Thymian-Teppich
Fr: zügig
Sa: Buddha-Massaker
So: Röntgenbeugung

Ich halte diese Worte fest, um eine lockere Brücke zum versprochenen Parcival-Gimmick zu werfen. Wolfram von Eschenbach schreibt so als wäre eine Geschichte eine lebende Person: "Nun habe ich noch keinen klugen Mann kennengelernt, der nicht gern erfahren hätte, welchen tieferen Sinn diese Geschichte hat und was sie an guten Lehren bietet. Sie wird freilich, wie ein tüchtiger Turnierritter, nicht versäumen, zu fliehen und zu jagen, zu weichen und anzugreifen." Das Verhalten der Geschichte richtet sich nach den Eigenschaften der Lesenden, der wiederum aus der Geschichte nutzen zieht und sich nach ihr richtet: "Wer sich in all diesen Wechselfällen auskennt, den hat sein Verstand recht geleitet. Er wird nicht hinter dem Ofen hocken, nicht irregehen und sich auch sonst gut in der Welt zurechtfinden. Unredliche Gesinnung gegen andere führt ins Feuer der Hölle und zerstört alles Ansehen wie Hagelwetter. Die Zuverlässigkeit solcher Gesinnung hat einen so kurzen Schwanz, dass sie schon den dritten Stich nicht mehr abwehren kann, wenn im Walde die Bremsen über sie herfallen". Gut gefällt mir auch, was Eschenbach über ein sprachliches Bild schreibt. Ich zitiere das in der Hoffnung, dass sich die Tagesworte zu Bildern und Geschichten fügen, die zu einer gerechteren Welt beitragen und die Idee der Anden-Akademie unterstützen. Nun aber zum Schluss noch ein längeres Zitat aus der Wolfram von Eschenbachs Parzival in der deutschen Übersetzung von Wolfgang Spiewok (Stuttgart 1996, S. 7):

"Ist Unentschiedenheit dem Herzen nah, so muss der Seele daraus Bitternis erwachsen. Verbindet sich – wie in den zwei Farben der Elster – unverzagter Mannesmut mit seinem Gegenteil, so ist alles rühmlich und schmachvoll zugleich. Wer schwankt, kann immer noch froh sein; denn Himmel und Hölle haben an ihm Anteil. Wer allerdings den inneren Halt völlig verliert, der ist ganz schwarzfarben und endet schliesslich in der Finsternis der Hölle. Wer dagegen innere Festigkeit bewahrt, der hält sich an die lichte Farbe des Himmels. Dieses geflügelte Gleichnis erscheint den törichten Menschen allzu flink. Sie erfassen seinen Sinn nicht: es schlägt Haken vor ihnen wie ein aufgescheuchter Hase. Es ist wie der Spiegel und der Traum des Blinden, die ja nur ein flüchtiges, oberflächliches Bild geben, ohne greifbaren Gegenstand dahinter. Ihr trüber Schein ist unbeständig, und sie mach wirklich nur kurze Z

Mo: Glamour
Di: Handlungsansatz
Mi: aktualisiert
Do: Gezeitenkalender

Manchmal ziehe ich meine Fähigkeit, einen klaren Gedanken zu fassen, in Zweifel. Kann ich überhaupt in meinem Geschäft Entscheidungen treffen? Was gibt es zu entscheiden?
Neue Lieferungen stehen nicht an, Investitionen kann ich auch nicht treffen. Geld für die Mietzahlungen habe ich zwar nicht mehr lange, aber noch ist diesbezüglich noch nichts zu entscheiden. Ich habe auch dann nur über den Zeitpunkt zu entscheiden, ob und wann ich das Geschäft aufgebe. Falls ich es aufgebe, fallen natürlich weitere Entscheidungen an, z.B. was mit meinen Beständen geschieht. Das steht jetzt aber nicht an. Jetzt möchte ich klären, was ich ohne Wechselgeld anfangen kann. Aber das Problem des Wechselgelds stellt sich erst, wenn ein Kunde kommt. Es ist jetzt keiner da. Allerdings könnte ich mich auf sein Kommen vorbereiten und Wechselgeld besorgen. Ja, das wäre eine Möglichkeit etwas zu entscheiden, Wechselgeld zu besorgen oder nicht. Aber was soll so eine Entscheidung. Ich habe zu wenig Geld, das ich als Wechselgeld verwenden kann. Also ist das doch keine Entscheidung.

Vielleicht ist mir das Schreiben aus diesem Grund so wichtig. Es hilft mir, einmal am Tag, meine Gedanken zu ordnen. Ich könnte eigentlich den ganzen Tag lang schreiben.

Das Geschäft beansprucht mich nicht. Die Geschäftszeiten könnten Schreibzeiten werden. Vielleicht trenne ich innerhalb dieser Zeiten kleine Räume ab, solche, in denen ich mich um das Geschäft sorgen kann. Während der eigentlichen Geschäftszeiten hätte ich dafür keine Zeit, jedenfalls, wenn ich sie ausschließlich zum Schreiben nutze. Ich könnte die Zeiten, die ich in Verkehrsmitteln verbringe, für geschäftliche Gedanken nutzen. Das wären dann die Sorgenzeiten für das Geschäft. Die Geschäftszeit wandert an die Stelle der bisherigen Schreibzeit und die bisherige Schreibzeit füllt nun die Geschäftszeit aus.

Heute habe nichts zu berichten. Ich bin traurig, ich habe keine Beziehungen, ich habe nur ein Geschäft, das nicht läuft. Manchmal stelle ich mir mögliche Kunden vor: eine junge Frau, einen Künstler und Teppichhändler, einen Ingenieur, eine schöne Hausfrau und Mutter, einen Gesprächspartner. Oft vermischen sich diese Personen, so dass ich mir einen Kunden vorstelle, in dem unterschiedliche Charaktere schimmern. Der Kunde ist Ausdruck meiner Wünsche... Einen meiner Kunden stelle ich mir als leichtsinnigen Charmeur vor, der mit klugen Worten Herzen zu erobern versucht, dann aber nicht die Kraft aufbringt, mit diesen Worten zu leben. Er ist ein Quasibeduine, den das entblößte Haupt der Schönen reizt, die ihn zur Wiederaufnahme des Kampfes mit den Feinden der Seele antreiben möchte. Doch anstatt ihrem Ansporn zu folgen und sein Gemütsroß wieder den Feinden entgegen zu wenden, lächelt er schief und reitet schnell an ihr vorüber und den Feinden davon. Ich reite nicht davon, auch wenn ich schon gedacht habe, mein Geschäft zu verlassen und in den Süden zu fahren in der Hoffnung, auf dem Weg der schönen Dame zu begegnen. Die schöne Damen, ich versuche zu klären, was ich damit meine, z.B. das Madonna-artige Wesen, das die Anden-Akademie plant. Madonna-artig. Das klingt so als, wenn es unterschiedliche Modellen von Vorstellungen weiblicher Wesen in meinem Kopf bereitliegen. Sind es wirklich Modelle, also starre Hohlformen oder sind es bewegliche flexible Schwünge. Ich neige zu dem Wort Schwünge und denke dabei unwillkürlich an einen bestimmten Moment meiner täglichen Strassenbahnfahrt, dann nämlich wenn die Strassenbahn die Deutzer Brücke hinunterrauscht, aber auch an die Momente, wenn die Strassenbahn unterirdisch beschleunigt. Modelle sind dynamisch. Momentan sind meine Vorstellungen von Rhytmen begleitet, und zwar von dem Beat, den Thomas Brinkmann einem Satz von Kounellis unterlegt (Track 4 der CD: Der Übersetzer)

Sind meine Vorstellungen also von den Rhythmen bestimmter musikalischer Moden abhängig?
Diese Moden stehen im Konflikt, mit den Worten, die ich setze. Sie sind holprig und wollen sich nicht den Klangfolgen der Musik und auch nicht dem Rauschen der Strassenbahn, in der ich täglich sitze, anpassen. Merkwürdigerweise passt das grosse Plakat, das Madonnas neue CD bewirbt aber auch die laszive Löwin, die auf dem Cover der Zeitschrift "Glamour" zum Kauf verlocken möchte, zur Geschwindigkeit der automatisierten Beförderung, meine Worte aber eben nicht. Halt, da sind doch die Schlagworte. Sie kann ich wie Perlen schnell auf einer Schnur hin und her im Rhythmus der Fahrt oder im Beat von Brinkmann bewegen. Noch einmal Halt: stimmt nicht, der Track 4 von Brinkmann führt so geschmeidig Kounellis’ Worte vor, dass ich nicht mit eigenen Worten dazwischenkomme. Sind meine eigene Worte Modellsperren, die den glatten Lauf von Vorstellungen unterbrechen?
Ich habe doch vor Tagen die Hoffnung geäussert, dass jedes Wort eine Utopie bedeuten kann, ein Beitrag zur Anden-Akademie und zu einer gerechten Welt? Das muss ich differenzieren. Bestimmt kann man genauso sagen, dass jedes Wort ein Beitrag zur Folter, zur Entwürdigung und Entehrung von Minderheiten und von Frauen ist.
Ist nicht die Geschichte der abendländischen Liebeslyrik ein grosse Belästigung? Belästigung deshalb, weil Gedichte den Normen der historischen Aufschreibesysteme genügen und Gefühle in Hülsen pressen?
Dieser Gedanke ist mir zu pessimistisch, angesichts meiner Geschäftslage möchte ich Gedanken bilden, an denen ich mich aus meinem finanziellen Sumpf ziehen kann. Ich möchte an einem Wortschopf arbeiten, an dem ich mich und auch meine Freunde aus bedrückenden Gedanken ziehen kann.
Deshalb schreibe ich zunächst, dass jedes Wort ein Interface ist, dass menschen- und weltenfreundlich oder –verächtlich eingesetzt werden kann. Das ist banal, aber vielleicht für die folgenden Gedanken hilfreich.
Zurück zu den Vorstellungsbildern. Ich vermute, dass sie dynamisch und nicht statisch sind (keine Gipsmodelle), sondern flüssig. Diese Unterscheidung orientiert sich an einer Bemerkung von Hermann Weyl (siehe Fussnote 1).
Werbung und einfache Rhythmen definiere ich als Modelle, die vorhersehbares Verhalten strukturieren. Worte sind Interfaces zwischen Modellen. Sie irritieren den schlichten und schnellen Verlauf, weil sie sich nicht der Geschwindigkeit anpassen können. Ich möchte künftig Worte von Schlagworten unterscheiden.

Jetzt hole ich erst einmal gedanklich Luft....Eigentlich wollte ich über X schreiben. Ich zögere das Wort X mit dem Wort verliebt zu verbinden. Mir fällt eine Anekdote aus einem Aufsatz über Leibniz ein. In diesem Aufsatz spielt der Autor Otto Rössler auf eine chassidische Erzählung von Martin Buber an. Nach dieser Erzählung soll es einem jüdischen Heiratsvermittler gelungen sein, zwei junge Menschen, die nichts von einander wissen wollten, zu einer schönen Hochzeit zu bewegen. Der Heiratsvermittler hat nichts anderes getan, als die beiden wechselseitig von einander wissen zu lassen, dass die eine den anderen uninteressant finde bzw. dass der eine die andere uninteressant findet. Wie ist es, wenn man die Geschichte umkehrt und von der Liebe des einen zur anderen oder der einen zum anderen spricht? Den Worten Liebe und Desinteresse kommt in beiden Fällen eine besondere Funktion zu. Ich spreche lieber von Funktion als von Bedeutung. Funktion ist ein Ausdruck für eine veränderbare Beziehung zwischen den Zeichenbenutzern, während Bedeutung suggeriert, dass Zeichen Hinweise auf verborgene Schätze oder Fallen sind, auf etwas unveränderlich Gegebenes jedenfalls.



Fussnote

Ein wichtiges Wort ist "Audiophilosophie". Das Wort wirft mich zunächst wieder auf mein Ich zurück:
Ich höre~audio
Du hörst~audis
Er, sie, es hört~audit.
Sofort wird mir der Unterschied zwischen schriftlichen und mündlichen Aussagen deutlich und sofort fürchte ich, ein anderer werden zu müssen: ein Jemand, der souverän schreibt und der zum Beispiel die Worte "Grenze der Philosophie" mit dem Fremdwort "tympanon" in Einklang zu setzen versteht, in einen Klang, in dem das Wort "ich" nicht mehr stört.
Um diesen Einklang zu erzeugen, muss man vermutlich zurückgezogen arbeiten, vermutlich in einem Schreibzimmer, fern ab vom Strassenlärm, Kindern und Nachtleben.

Anders ist es mit den gesprochenen Philosophemen, den Worten, die eine Ausführung, eine Formel oder Zeichnung an einer Tafel begleiten oder eine Rede, in der Worte wie eine Herde aus einem Engpass auf eine Weide drängen und sich in den Körpern und Köpfen der Hörer verteilen. Reizvoll, das sagt einer von uns Dreien, wäre eine verteilte Philosophie, eine Philosophie deren Sätze und Worte zuweilen an den Oberflächen möglicher Aufmerksamkeitszonen hochperlen, Zwischenworte in der Airportmusik oder beschriebene Kacheln an den U-Bahn-Haltestellen.
Ein weiteres wichtiges Wort des gestrigen Abend lautete "Übergriffe". Bevor ich darüber schreibe muss ich die CD von Theweleit über die RAF hören (suppose Verlag).